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am 12. Juni

"Klimaschutz ist Frage der Vernunft"

Ewa Dziedzic, Werner Kogler, Thomas Waitz - Wo steht Österreich in Sachen Klimaschutz? Angesichts Österreichs EU-Ratsvorsitz haben Werner Kogler, Ewa Dziedzic und Tom Waitz gemeinsam mit NGOs, ExpertInnen und Interessierten lösungsorientiert diskutiert.

„Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des Klimawandels spüren und die letzte, die noch was dagegen tun kann.“
Werner Kogler, Grüner Bundessprecher

Werner live vom Klimadialog #gruenezukunft

"Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt": dieser wichtigen Satz aus den Kinderschuhen der Umweltbewegung, aus der wir Grüne entstanden sind, ist heute aktueller denn je. Denn der Klimawandel ist da. Unaufhaltsam zerstört er weltweit Lebensräume von Mensch, Tier und Pflanzen.

Klimawandel auch in Österreich angekommen

Auch in Österreich werden die Auswirkungen des Klimawandels immer drastischer spürbar: Skipisten, die nur noch dank Schneekanone Wintersport-kompatibel sind, ausbleibender Frühling, fehlender Herbst, extreme Dürre- oder Starkregenperioden sowie verheerende Unwetter mit Hagel und Überschwemmungen. Kein Wunder eigentlich, belegt Österreich seit Jahren die hintersten Ränge im internationalen Klimaschutz-Ranking.​ 

wir brauchen lösungen!

Und seit Jahren fordern wir Grüne die Regierung auf, endlich wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu setzen. Bisher ohne nennenswerte Erfolge. ​Deswegen hat unser Bundessprecher Werner Kogler gemeinsam mit der Grünen Bundesrätin Ewa Dziedzic und dem Grünen Europa-Abgeordneten Tom Waitz zum zum Klima-Dialog ins Palais Epstein im Parlament eingeladen. Gemeinsam mit rund 100 Interessierten, ExpertInnen und NGO-VertreterInnen wurde die Klima- und Energiestrategie der Bundesregierung diskutiert – um angesichts des EU-Vorsitzes Österreichs Lücken zu orten und diese mit Maßnahmen zu schließen.

„Die Regierung hilft mit ihrer Klimastrategie nicht mit. Ein ökologisches Steuersystem muss her, wird aber nicht einmal in der Klimastrategie erwähnt.“
Werner Kogler

"Letzte Generation, die etwas tun kann"

Kogler bringt es gleich zu Beginn des Klimadialogs realistisch auf den Punkt: „Es ist eine Generationenfrage: Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des Klimawandels spüren und die letzte, die noch was dagegen tun kann.“ Unser Bundessprecher appelliert, zuerst innerhalb des Systems an einer Veränderung zu arbeiten. Es sei an den Menschen, die Gesellschaft weiterzuentwickeln.

"Regierung hilft nicht mit"

Aber: „Die Regierung hilft mit ihrer Klimastrategie nicht mit. Man muss Systeme wie Verkehr und Stromgewinnung aber auch Instrumente wie Steuern und Förderungen umkrempeln. Ein ökologisches Steuersystem muss her, wird aber nicht einmal in der Klimastrategie erwähnt.“ 

"Wir sind die einzige Öko-Partei!"

Insgesamt beklagt Kogler, dass die schwarzblaue Regierung eine unambitionierte und schwammige Klimastrategie vorgelegt hat. „Österreich hatte einmal Vorreiterrolle in Europa und jetzt sind wir im Schmuddeleck.“ Der Bundessprecher zeigt sich umso entschlossenener, die Rolle der Grünen als einzige Öko-Partei zu befeuern: "Egal, ob im Parlament oder außerhalb, wir halten dagegen!“​

„Ein dekarbonisiertes Österreich 2050 wird diese Klimastrategie nicht schaffen.“
Leonore Gewessler, Geschäftsführerin Global 2000
Grüner Klimadialog 2018
„Ich wünsche mir mehr Marcel Hirscher!“
Ingrid Felipe, Grüne Vize-Landeshauptfrau Tirol über die Klimaschutz-Ambitionen der Regierung

statements der expert_innen

Anschließend diskutierten die Grüne Vize-Landeshauptfrau Tirols, Ingrid Felipe, Global2000-Geschäftsführerin Leonore Gewessler, VCÖ-Vertreterin Ulla Rasmussen und Stefan Moidl von der IG Windkraft mit Beteiligung des Publikums die schwarzblaue Klimastrategie. Ihre zentralen Statements:

  • Ingrid Felipe erkennt zwar die grundsätzliche Haltung der Regierung, etwas zu tun, aber: „Ich wünsche mir mehr Marcel Hirscher.“ A​ußerdem bemängelt Felipe dass nicht alle relevanten AkteurInnen mit einbezogen werden. 
  • VCÖ-Expertin Rassmussen anerkennt zwar, dass der Verkehr als Sorgenkind von der Regierung benannt wird. Sie vermisst aber ebenso die richtigen Schlüsse daraus: „Es wird auf Freiwilligkeit gesetzt. Aber Transformation zum Nulltarif wird es nicht geben.“ 
  • Der Windkraft-Vertreter Moidl ist enttäuscht, dass für den Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energie keine konkreten Schritte im Programm der Bundesregierung festgelegt sind.
  • Manuel Grebe von „system change not climate change“ wünscht sich in seinem Statement einen radikaleren Zugang, um Veränderung herbeizuführen. „Klimakrise ist die größte soziale Ungerechtigkeit unserer Zeit. Wirtschaftskrise und Ungleichheit, Rechtsrutsch, Sexismus und Rassismus, das ist alles Klimawandel.“


„Klimaschutz ist keine Frage von Ideologie, sondern eine von Intelligenz, und Akzeptieren von Realitäten.“
Tom Waitz, Grüner Europaabgeordneter

"EU will klare Klimaziele"

Schließlich beleuchtete der Grüne Europa-Abgeordneter Tom Waitz die Rolle Österreichs als nächster Ratsvorsitzender. Im Gegensatz zur österreichischen Bundesregierung würde sich im EU-Parlament eine deutliche Mehrheit für konkrete Arbeitsschritte und klare Klimaziele aussprechen. Waitz: „Klimaschutz ist keine Frage von Ideologie, sondern eine von Intelligenz, und Akzeptieren von Realitäten. Genauso diese Frage der Vernunft will ich nach außen tragen und hervorstreichen, dass die Veränderungen, die auf uns zukommen, positive Zukunftsaussichten bergen."


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